Zunftball 2008

Bericht Südkurier vom 05.02.2008

Durbestecher lassen Hippies auferstehen

Was machte eigentlich den Zauber der Hippie-Zeit aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Sonntagabend die Durbestecherzunft bei ihrem Ball im Sauldorfer Bürgerhaus. Die Antwort fiel den Narren nicht schwer: Kiffen, freie Liebe, Rocker und jede Menge Alternatives. Über zwei Stunden dauerte die Rückblende in die Vergangenheit.

Die Band leistete an diesem Abend Schwerarbeit, um die Sauldorfer in den siebten Himmel närrischer Euphorie zu versetzen. Zumindest bis zum Programmende blieben die Tische im Bürgersaal unbeschädigt: Niemand tanzte auf den Möbelstücken. Wie aus gut unterrichteter Quelle zu hören war, war das im vergangenen Jahr noch ganz anders gewesen, da mussten der Versicherung drei kaputt getanzte Tische gemeldet werden.

Die Schwerarbeit war den beiden Musikanten anzumerken. Immer wieder gab es langsame Schmuse-Melodien als musikalische Pausenfüller. Fast eineinhalb Stunden brauchte das Duo, um sich zur ersten Schunkelrunde aufzuraffen. Doch die Narren schafften es auch so, die Atmosphäre von Nummer zu Nummer zu verdichten. Insgesamt acht Einlagen sah der Abendfahrplan vor.

Den Auftakt machten die Putzfrauen Heike, Brigitte und Karola zusammen mit ihrem Gitarrenspieler Andreas Schellinger. Die drei schossen eine Breitseite auf den Bürgermeister ab. Er habe nur zwei Proben im Bürgerhaus erlaubt und damit habe er, so das Trio, die Vereine benachteiligt. Der so gescholtene Bürgermeister versuchte sich vergeblich lautstark aus der vordersten Reihe zu Wort zu melden. Die Narren, so versuchte Wolfgang Sigrist mitzuteilen, hätten ja in der Sporthalle proben können. Doch an diesem Abend war der Bürgermeister dazu verurteilt, ungehört zu bleiben. Schließlich gab er seine hilflosen Rechtfertigungsversuche auf. Auch der lieb gesungene Wunsch der Putzfrauen nach einer Hallenkehrmaschine blieb unerhört. Neue Besen könnten sie haben, rief der Bürgermeister.

Die Hippie-Rocker fuhren zu “Born to be wild” auf Mini-Fahrrädern auf die Bühne – ein optischer Genuss und eine Riesengaudi beim Durbestecherball in der Sauldorfer Bürgerhalle. | Bild: Steinmüller

Die Sketch-Bude bot Alexander Gabele, Frank Brütsch, Peter Gabele, Joachim Kugler und Roland Glaser Gelegenheit, sich einmal als richtige Kiffer zu geben. Sie beschworen ihren Heiligen Kifferguschtel, die Hippies stellten ihm sinnlose Fragen, die dieser manchmal sogar mit einem Schuss Weisheit angereichert bejahte. Bei den “begafften Fröschen”, einer Darbietung der Durbestecherfrauen, gab es nostalgische Hits zu hören. Wer zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht in närrischen Feiertaumel geraten war, sah sich mit Leonhard Stadler einem fastnachtlichen Eisbrecher gegenüber. Als Herbert Hasch hatte er viel zu sagen und sorgte damit für Lachsalven im Saal. Er nahm das Rauchverbot ebenso auf die Schippe wie ein Versehen beim Gottesdienst. Der Pfarrer hatte seiner Lektorin beim Festgottesdienst versehentlich die lange und die kurze Version des Evangeliumstextes überlassen. Die Gute las nach der ausführlichen auch noch die verkürzte Version und musste in ihrem Eifer vom Pfarrer gebremst werden. Der Büttenredner bedauerte außerdem noch das Ende des Westernstadtprojekts – hatte er doch schon den Gemeinderechner Hermann ehrenamtlich sonntagnachmittags Parkgebühren kassieren gesehen.

Christof Hensler, Marina Hensler, Markus Hahn und Tobias Heckler sorgten mit ihrem TV-Sketch wieder für viel Heiterkeit im Saal. Für den optischen Glanzpunkt des Abends sorgten die neun Mädels und ein Junge der “Swamp-Hoppers” unter der Regie von Bettina Wiedenbach mit einer herrlich wirbligen Tanznummer.

Die Männergruppe der Durbestecher trat als Rockerbande auf. Unter den Klängen von “Born to be wild” fuhren sie auf Minifahrrädern auf die Bühne. Auch sie nahmen bei ihrer Vorführung die Missgeschicke bedauernswerter Zeitgenossen aufs Korn.

Als Hippiegruppe verkleidet eroberten Renate Hermann, Franz Faschian, Sabrina Einhart und Volker Nagel die Bühne. Im Hintergrund agierten Ramona Springindschmitten und Nathalie Brier. Flotte Sprüche oder Neuigkeiten über Pfarrers Katze Agathe kamen beim Publikum des Durbestecher-Balls bestens an.

Text & Bild: Steinmüller

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