Walterefest 2019

Südkurier online | 13.08.19 | Text & Bild: Doris Eichkorn

Wenn die Durbestecher zum Walterefest einladen, kommen die Besucher in Scharen

Das Team im Dinnelezelt versprühte eine ansteckende Fröhlichkeit | Bild: Doris Eichkorn

Der Narrenverein Durbestecher hat am Wochenende zum 42. Mal zu seinem traditionellen Walterefest in den Teilort Roth gerufen.

Unzählige Menschen aus der Gemeinde und den Umlandgemeinden kamen. Das Fest beim Anwesen Brutscher ist fester Bestandteil für viele Vereinsmitglieder.

Mit den Jahren habe man seine Routine in den Abläufen, erzählen die Mitglieder hinter der Theke. Aber die Essensnachträger, die seit gut zehn Jahren versuchen, den Bedienungen im Kampf mit den immer größer werdenden Besuchermassen bei Austragen der Speisen unter die Arme zu greifen, kommen an ihre Grenzen. Hin und her, kreuzt und quer durch die Reihen legen sie ebenso lange Strecken wie die Bedienungen zurück.

Viel los war auch in diesem Jahr beim Frühschoppen beim Walterefest. Die Plätze unter den bunten Schirmen waren schnell besetzt. | Bild: Doris Eichkorn

Dünnele, Dinnele, ganz egal

Ohne einen Bon geht gar nichts, weder für die Bedienungen, noch für die Gäste. Diue Verantwortlichen legen Wert auf Regionalität und Qualität. Wo immer möglich, wird vom Teig für die frisch gebackenen Dünnele bis hin zum Kartoffelsalat alles frisch und selbst gemacht.

Da wundert es einen nicht, wenn Renate Hermann die Dünnele mit beherztem Schnitt mit dem Wiegemesser zerteilt und mit freudigem Strahlen im Gesicht dem Gast mit hochdeutschem Charme als die “weltbeste Dinnele” auf der Serviette reicht. Das ist es wirklich, das Walterefest.

Für viele Gäste etwas ganz Besonderes, was es an keinem anderen Ort der Welt so noch einmal zu finden ist.

Besonderer Charme des Festes

Susanna Gundermann aus Freiburg beispielsweise war zum ersten Mal mit Anita Christ aus Mindersdorf auf dem Fest. “Wunderschön, auf einer Wiese unter den Bäumen zu sitzen”, beschreibt die Freiburgerin den für sie ganz besonderen Charme des Festes.

Während der Musikverein Sauldorf die Gäste zur Mittagszeit unterhält, schauen sich Besucher die Stände des Kunsthandwerkermarkts an. Tische mit Bildern, getöpferten Gebrauchsgegenständen, Holzschalen, Windspiele, Ketten, Armbänder und vielem mehr luden ein zur Entdeckungsreise.

Sandra Hartstein aus Steckeln bestaunte hier gemeinsam mit ihrer Nichte Maila Armbänder. Sofort und individuell wurden diese dann wenn möglich und erwünscht auch noch angepasst und geändert. Nebenan wurde an einer riesigen Baumbank Kinderschminken angeboten. Die Kleinen vergnügten sich im Sandkasten im Schatten eines Apfelbaumes.

“Wir haben wieder einen riesigen Ansturm zur Mittagszeit zu bewältigen gehabt”, verrät Tobias Heckler, der Vorsitzende des Narrenvereins, der über die organisatorische Höchstleistung seiner Vereinsmitglieder und Unterstützer vor und hinter der Theke nur all zu gut Bescheid weiß.

Woher kommt der Name “Walterefest”?

Das Walteremoor, heute ein ca. 100 Hektar großes Naturschutzgebiet zwischen Hohenfels und Sauldorf war Ideen- und Namensgeber der Sauldorfer Narrenzunft.

Die Waltere ist ein typisches Hochmoorgebiet und beherbergt eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt und stellt sich als relativ schwer zugängliches und nasses Bruchwaldgebiet dar. An den Rändern ist es durch Trockenrasen und unverbuschte Sumpfwiesen begrenzt. Das Moor liegt ganz in der Nähe der Festwiese der Familie Brutscher in Roth. Hier werden seit 1978 Jahr für Jahr im August zwei Tage kulinarische Leckereien angeboten. Der Erfolg ist ungebrochen. Die Idee entstand einst bei einer Vorstandssitzung, die bei Familie Brutscher in Roth abgehalten wurde.

Südkurier online | 13.08.19 | Text & Bild: Doris Eichkorn

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