3. Jubiläumsvorbericht 2015

Bericht Südkurier vom 24.09.2015

Durbestecher feiern nächstes Jahr 50. Geburtstag

Der Sauldorfer Narrenverein stellt zum 50-Jährigen seine Zunft-Figuren vor. Sechs Gruppen und eine Einzelfigur zeigen das Brauchtum.

Der 1966 gegründete Sauldorfer Narrenverein Durbestecher feiert nächstes Jahr vom 29. bis 31. Januar seinen 50. Geburtstag. Das dreitägige Fest soll ganz im Zeichen des schwäbisch-allemannischen Fastnachtsbrauchtums stehen. Deshalb stellen die Durbestecher dabei auch ihre einzelnen Gruppen, die Zunft-Figuren, vor.

Sechs Gruppen und eine Einzelfigur zeigen die Geschichte des Narrenvereins, dessen Ursprünge im Walteremoor, einem heute etwa 100 Hektar großen Naturschutzgebiet zwischen Hohenfels und Sauldorf, zu finden sind.

Der Durbestechermann (Torfstechermann) zog morgens mit der Schippe in die Waltere, um die „Durben“ aus dem Moor zu stechen. Zur Mittagszeit kam seine Durbestecherfrau mit einem lecker gefüllten Vesperkorb.

Die Holzmasken der Moorvögel mit ihrem langen Schnabel sind der im Moor lebenden Bekassine aus der Familie der Schnepfenvögel nachempfunden.

Dann gibt es den Furcht einflößenden Walteregeist mit seiner wilden Maske und dem zerzausten Haar, gewonnen aus den Haaren von Rossschweifen. Um ihn ranken sich zahlreiche gruselige Geschichten aus dem mit Nebelschwaden durchzogenen Moorgebiet.

Die Zimmermannsgilde mit ihrer klassischen Zimmermannstracht ist natürlich für das Stellen des Narrenbaums zuständig und überdies unverzichtbar beim Rathaussturm am Schmotzigen Donnerstag.

Der Elferrat repräsentierte einst den Vorstand des Narrenvereins, ist aber heute eine weitere Maskengruppe.

Die von Hans-Georg Benz aus Owingen geschnitzten Holzmasken seien erst seit dem Jahr 1997 nach und nach eingeführt worden, erinnert er sich, die Moorvögel hätten allerdings zuvor schon Stoffmasken getragen.

Die jeweils etwa 1500 Euro teuren Kostüme (Holzmaske 500 Euro, Häs 1000 Euro) seien allesamt Eigentum des Vereins, berichtet Faschian. Die jeweiligen Träger müssten lediglich eine Kaution hinterlegen, welche sie beim Aufhören zurückerstattet bekämen.

Das Brauchtum
Ihr Leut, losed – gugged, du Narr spitz dein Ohr, jetzt hört ihr die Geschichte vom Walteremoor. Dort stach man einst Torf, so ist es bekannt, der Torf wird bei uns auch „Durbe“ genannt. Die Männer mit Schippe, kräftig und g’sund, holten die Durbe aus dem tiefen Grund. Ihre Frauen hatten Körbe dabei mit nur guten Sachen darin, sie umsorgten ihre Männer, damit es ihnen gut erging. Umgeben von Moor vögeln fiel ihnen die Arbeit nicht schwer, denn der Gesang der Vögel gefiel den Durbestechern sehr. Doch als dann der Abend kam und der Nebel zog übers Land, da nahmen die Männer schnell ihre Frauen an der Hand. Sie liefen davon, denn sie fürchteten sich sehr. Man sagt: Im Moor schleichen des Nachts die Geister umher. Drum ihr Leut, losed – gugged, du Narr spitz dein Ohr, jetzt seht ihr die Geschichte vom Walteremoor.

Text: Winfried Klein / Bild: Frank Schröder Meßkirch

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